I’m not a racist, but…

Das Thema Fremdenhass wird nie alt, zurzeit sorgt der „Fall Kuttner“ für Polarisierung: Mola Adebisi bezeichnete seine Ex-Kollegin Sarah Kuttner öffentlich als Rassistin. Größtenteils ist der allgemeine Tenor dazu aber leider eher contra Adebisi („will der auch mal wieder von sich reden lassen?“), anstatt dem Problem ins Auge zu sehen: Diese Reaktion zeigt nur ein weiteres Mal, dass fremdenfeindliche Aussagen viel zu akzeptiert, wenn nicht gar normal geworden sind. Wie oft werden wir im alltäglichen Leben mit Statements konfrontiert, die sich gegen Menschen anderer Herkunft richten und wie oft fällt uns das gar nicht mehr auf. „So’n bisschen rassistisch“ ist schließlich völlig okay und „Ich bin ja kein Rassist, aber…“- Aussagen werden zur Gewohnheit – Aufhören mit so einem Unfug bitte! Publikative.org hat die aktuelle Situation ganz gut dargestellt.

3 Kommentare

  1. Alltagsrassismus in der Mitte, der oft gar nicht als Rassismus erkannt wird, ist in der Tat ein Problem, das zum Glück von Initiativen wie publikative.org etc. immer wieder thematisiert wird.
    Nur ist dieser „Fall Kuttner“ meinem Eindruck nach eine Farce, weil offenkundig dem Hörensagen nach Aussagen weitergetragen und entsprechend beurteilt werden. Das tut keiner Debatte gut.
    Das Thema, an dem sich die Debatte aufhängt, hat Sarah Kuttner auch bei Ihrer Lesung in Chemnitz aufgegriffen – und da hatte es keinen rassistischen Dreh, sondern artikulierte ein Erstaunen darüber, dass man bestimmte Dinge früher nicht rassistisch fand, obwohl sie es aus heutiger Perspektive eindeutig waren/sind.
    Auf einem ganz anderen Blatt stehen Molas Vorwürfe, Sarah Kuttner sei ihm gegenüber im persönlichen Umgang rassistisch gewesen. Das lässt sich aber zum jetzigen Zeitpunkt kaum öffentlich diskutieren.
    Sorry für den unangemessen langen Kommentar, aber Dein post hat mich grad völlig unvorbereitet auf diese Kuttner-Debatte aufmerksam gemacht, von der ich bis jetzt gar nix mitbekommen hab, die mich aber sofort ziemlich irritiert hat. Sorry.

    1. Ach es gibt keine unangemessen langen Kommentare. Ich bin auch nur erleichtert, wenn die Kuttner solche Vorwürfe selbst abweist, denn eigentlich find ich sie ganz sympathisch. War ja nur der Aufhänger für das damit verbundene „große“ Thema Alltagsrassismus.

      1. Zum Glück ist die Kuttnersache vom Tisch, aber irgendwie sind die massenhaften Reaktionen darauf nun auch wieder sehr gruselig.
        Ich weiß nicht, wie oft ich inzwischen kommentare gelesen habe, die Hassreden auf political correctness halten – alle nach dem Motto „Ist doch nicht schlimm, mal Neger zu sagen … Ist doch nicht böse gemeint und war doch früher eh mal ein normales wort.“
        Da legt die Debatte nun doch einen extrem verbreiteten Alltagsrassismus offen …getarnt als Kritik an „überkorrekter“ political correctness und antirassismusarbeit.

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