What to do in Rome

IMG_20141101_020901Bevor man nach Rom fährt, muss einem klar sein, dass die Hauptstadt Italiens wahnsinnig touristisch ist. War man noch nie dort, wird man nach einem Kurzaufenthalt kaum irgendwelche Hot Spots entdecken und einen Reiseführer über Geheimtipps schreiben können. Man wird stattdessen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen und sich letztendlich nach Lissabon zurückwünschen. Wie der Trip trotzdem noch ein Erfolg wird:

Unterkunft & Umgebung

Rom ist recht teuer. Wir suchten lange nach einer bezahlbaren Unterkunft mit eigenem Bad und landeten letztendlich wieder bei airbnb. Die Wohnung war kaum zu vergleichen mit dem Lissabon-Apartment zum gleichen Preis, war jetzt aber auch nicht eklig oder so, einfach nur klein und nicht ganz so liebevoll gestaltet. Dafür war die Location richtig gut: eine Metro-Station bzw. in Laufnähe vom Termini, und damit Dreh- und Angelpunkt, entfernt, das Kolosseum ebenfalls „per pedes“ zu erreichen. Ich kann nur empfehlen, in der Nähe des Termini zu residieren, dann findet man immer irgendwie nach Hause und kann die Metro nutzen, welche ich weitaus verständlicher finde als das Busnetz.

Tag 1: Das antike Rom

IMG_3805Klar, mit dem antiken Rom beginnt jeder, der noch nie dort war. Wir sind morgens einfach zum Kolosseum gelaufen und haben uns dort direkt eine Führung aufquatschen lassen, um der Schlange zu entgehen. Hatten wir erst noch Zweifel, ob sich die extra 10 Euro lohnen würden, sind diese ganz schnell verschwunden, als wir lauter interessante Infos zu hören bekamen. Denn es ist ja schon so, dass in Rom extrem viele antike Häuser und Bauten sind, die man als Laie nicht einfach zuordnen kann. Nichtsdestotrotz war das Römische Reich eine faszinierende Epoche und so werden die ollen Steinhaufen mitunter super interessant, wenn man weiß, was sie einmal dargestellt haben. Das gilt besonders beim Palatin, dem ältesten Teil der Stadt, und dem anschließenden Forum Romanum. Die Führung beinhaltete alle dieser drei Sehenswürdigkeiten und auch wenn unsere Kolosseum-Beauftragte ein extremes Faible für die Betonung der englischen Endkonsonanten hatte (annndddd) und Teil 2 von einem amerikanischen (gar nicht so witzigen) Witzbold erzählt wurde, fühlte man sich dadurch doch gut informiert. Wir sind danach noch etwas durchs alte Rom flaniert, am Nationaldenkmal Vittoriano und (echt nach nichts aussehenden) Circus Maximus vorbei.

IMG_20141031_200023Mein Highlight war der Sonnenuntergang am Tiber bzw. generell unser Spaziergang am Tiber entlang. Durch meine Zeit in Bonn bin ich einfach viel zu sehr daran gewöhnt, ständig am Fluss zu sein. Das Ziel an sich war aber nebenbei bemerkt nicht sonderlich empfehlenswert: den Stadtteil Testaccio kann man getrost auslassen. Nicht mal irgendetwas zum Essen haben wir dort gefunden.

Apropos Essen: bester Snack für zwischendurch ist „Pizza rosso“, im Prinzip Pizzaboden mit Tomatensoße. An diese ganzen Panini in den touristischen Verkaufswagen hab ich mich nicht rangetraut.

Tag 2: Vatikan

IMAG6461Der Vatikan war mein persönliches Tief und die Schuld dafür schiebe ich unserer Museumsführerin in die Schuhe, die einfach mal überhaupt gar keinen Plan hatte und ständig nur die Bilder und Statuen beschrieben hat, die sich in den Vatikanischen Museen befanden („You see the central perspective? Nice! Beautiful, beautiful fresco“). Das waren 3,5 Stunden meines Lebens, die ich nie wieder zurückbekomme. Geht lieber alleine oder versucht einen Führer zu buchen, der euch empfohlen wurde. Die Sixtinische Kapelle war für mich ebenfalls enttäuschend, mit ihren ständigen Durchsagen von wegen „No pictures please! Silence please“. Was hat es noch mit einem Gotteshaus zu tun, wenn sich in einem rechteckigen Raum ohne jegliches Mobiliar so viele Leute befinden, dass man sich gegenseitig auf die Füße tritt. Aber es war ja nicht alles umsonst: Der Petersdom war beeindruckend, wir mussten auch „nur“ 45 Minuten anstehen, obwohl die Schlange über den ganzen Platz führte. Hatten erst Angst, dass wir dadurch die Führung verpassen (hätten wir das mal…). Die abends beleuchtete Engelsburg war auch schön anzusehen, ich muss da irgendwie immer direkt an den „Da Vinci Code“ denken. Ist natürlich schon cool, auf Plätzen zu sein, die man ständig irgendwo in Filmen sieht.

Tag 3: Die Innenstadt & Trastevere

IMAG6499Leute, die sagen, man kann Rom erlaufen, haben schlicht und einfach Unrecht. Die Strecken sind schon weiter, als man denken würde. Folgende Route kann ich für Tag 3 empfehlen: mit der Metro bis Barberini, von dort aus einen kurzen Abstecher ins Hard Rock Café (falls man drauf steht), den Hügel runter zum Trevi Brunnen (derzeit eine nicht lohnenswerte Baustelle) und dann immer links der Nase Richtung Pantheon und Vier-Ströme-Brunnen am Piazza Navona. Dort kann man sich auch gut die Eisspezialität „Tartufo“ kaufen und kurz pausieren – immer mitnehmen und auf irgendeine öffentliche Bank setzen, ist günstiger! Jetzt wäre Zeit fürs Shoppen entlang der Via Del Corso, die praktischerweise auch ganz in der Nähe der Spanischen Treppe ist. Diese hochgestiegen landet man im Park der Villa Borghese – eine weitere Empfehlung für den Sonnenuntergang. Damit hat man schon gut was geschafft. Wir hatten Tag 3 – da Freitag und Halloween – als Partytag auserkoren und fuhren darum spätabends noch mit dem Bus nach Trastevere auf der anderen Seite des Tibers. In dem Stadtteil reiht sich Kneipe an Kneipe an Bar, was ich prinzipiell echt gerne mag. An diesem Abend war Trastevere jedoch voller partywütiger Erasmus-Studenten, das war mir dann doch irgendwie zu viel. Nach einem vier Euro (!) Bier sind wir daher schon wieder über den Tiber rüber und noch ein bisschen durchs Jüdische Viertel flaniert.

Tag 4: Villa d’Este (Tivoli)

IMAG6551Mein Highlight der Rom-Reise befindet sich gar nicht wirklich in Rom, sondern in Tivoli: die Villa d’Este, die man mit einem Cotral-Bus ab Ponte Mammolo erreicht. Nach der Villa an sich würde nach den ganzen Gebäuden in Rom kein Hahn nach krähen, aber die dazugehörige Gartenanlage ist traumhaft und besticht mit mehr als 500 Brunnen und Wasserspielen. Die Villa d’Este ist damit das perfekte Ausflugsziel bei gutem Wetter! Es lohnt sich definitiv ein Extra-Tag für diesen Naturspaziergang.

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7 Kommentare

  1. Mein letzter Rombesuch ist Ü10 Jahre her und ich erinnere mich eher negativ an die Stadt. SO anstrengend. So Italienisch. Die Ansage im Zug z.B. wurde ausschließlich auf Italienisch gemacht. Das wär auch kein Problem, wenn der Zug weitergefahren wäre zum Flughafen. (Zum Glück war eine Deutsche, die uns dann half und übersetzte.)
    Parmesan und Eis waren aber lecker. ;o

  2. Ach, schön! Wie lange wart ihr denn da?
    Ich „musste“ damals kurz vorm Abi im Rahmen der Studienfahrt nach Rom und wie es sich für eine katholische Schule gehörte, standen einfach mal ALLE Kirchen auf dem Plan, die man irgendwie besichtigen kann. Dadurch wird einem so eine Stadt ganz schön vermiest, obwohl ich auch gute Erinnerungen an Rom habe und bei einem erneuten Besuch auf jeden Fall die Stadt viel mehr aufsaugen würde als nur dieses Pflichtprogramm abzuspielen.
    Aber wie du schon sagst: EIn bisschen Pflichtprogramm muss schon sein, wenn man schon mal da ist 😉
    Liebe Grüße
    Julia

    1. Freunde von mir mussten ihre Abifahrt auch nach Rom machen, mit unserer Religionslehrerin und bei 40 Grad im Schatten. Ich war damals froh, nach London zu fliegen 😀 wir waren jetzt 4,5 Tage (schon abzüglich Flüge) dort, was meiner Meinung nach für einen Erstbesuch völlig ausreicht.

  3. Rom haben wir evtl. noch für ein langes Wochenende nächstes Jahr auf dem Programm. Ich speicher mir das hier jetzt mal ab, liest sich gut eure Tour.

    Hast Du noch einen Namen von der Museumsführerin im Vatikan, damit wir diese eben nicht erwischen? 😉

    LG Thomas

    1. Ne, leider nein. Wir hatten über die Vatikanwebsite eine englischsprachige Tour gebucht… Die Schwester meiner Begleitung war kurz zuvor in Rom und extrem zufrieden mit der deutschsprachigen. Also würde ich schon mal eher dazu tendieren 😀

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