Never-ending racism

Foto von Jamelle Bouie [CC-BY-2.0] via Wikimedia Commons

Eigentlich war für heute ein Beitrag über Beyoncé, ihr neues 7/11 Video und die daraus entstehenden Memes angedacht. Läuft schließlich bei ihr, um das Jugend’wort‘ des Jahres weiter auszuschlachten. Nach einem kurzen Blick auf meine Timelines wird’s aber doch Zeit Ferguson und Michael Brown eine weitere Stimme zu geben. Als weiße Deutsche ohne sonderlich erwähnenswerten Migrationshintergrund habe ich Rassismus nie selbst erfahren, aber doch ausreichend oft erlebt. Alltags- und gelebter Rassismus ist schließlich auch hierzulande keine Seltenheit und ich selbst versuche mich, ausdrücklich davon zu distanzieren.

Normalerweise bin ich kein Mensch, der sich der Meinung der (kritischen) Masse anpasst, ohne stundenlang entsprechende Texte studiert zu haben. Aber das Urteil von Ferguson ist sowas von glasklar ungerechtfertigt, dass ich seit Stunden kopfschüttelnd vorm PC sitze und mich frage, wieso „How to get away with murder“ nun auch im realen Leben ausgestrahlt wird. Ein friedlicher Jugendlicher wird regelrecht zerschossen und es gibt kein gescheites Gerichtsverfahren, sondern nur eine vorgerichtliche Laienjury? Eine Jury entscheidet, die aus neun Weißen und drei Afroamerikanern besteht, und es reichen neun Stimmen für die Mehrheit? Michael Brown hat trotz idealer Größe kein Football gespielt, weil er niemanden verletzten wollte, es gibt Zeugen, die besagen, dass er unbewaffnet war und nach seinem Tod passiert NICHTS? Außer 400.000 Euro Spenden und eine neue Frau für den, der ihn erschossen hat? Und tausend beschissene Kommentare nach den aufkommenden Protesten à la „I think that destroying a city is a crime and self defense is not. Clearly, a man’s life is more valuable than property, but in terms of legality, protesters looting and burning buildings are more in the wrong than Darren Wilson.“ In so einem Moment kann man doch nur wütend sein, das amerikanische Rechtssystem für völligen Blödsinn halten und Medien verdammen, die lediglich die gewaltsame Seite der neu aufgekommenen Ferguson-Proteste zeigen. Unfassbar, dass der „first black president“ abgefeiert wird und sich im „Kleinen“ nichts geändert wird.

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