Geschriebenes

Introvert vs. Extrovert

IntrovertExtrovertIch schließe die Haustür auf, laufe die Treppe hoch und denke mir nur „hoffentlich ist niemand da“. Laufe in die Wohnung hinein, alles ist dunkel und ich lasse mich erleichtert auf meine Couch fallen. Ich bin ausgelaugt. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr „socializen“. Ob online oder offline, den ganzen Tag habe ich mich unterhalten, mit Menschen agiert, mein Selbst präsentiert. Anstrengend. Wirklich anstrengend. Es wird Zeit für Alleine-Sein in meinem eigenen Zimmer, meinem Rückzugsort, mit Serien im Bett oder dem Buch in der Hand. Das Konzert, auf das ich eigentlich heute wollte? Wirkt gerade nicht attraktiv. Schon wieder Menschen überall­­. Wenn auch um mich herum und nicht Teil meiner Gruppe, ist es schließlich mal wieder eine dieser Shows, die ich alleine besuche und alleine verlassen werde. Spricht mich doch nie jemand an und auch ich würde niemals auf die Idee kommen, zu jemanden zu gehen und zu sagen „Hey, ebenfalls alleine hier?“. Hinterher wäre die Person noch langweilig, ich müsste mich notgedrungen trotzdem unterhalten und würde sie dann noch auf anderen Konzerten wiedersehen und Smalltalk führen. Reinste Energieverschwendung.  (mehr …)

What to do in Aalsmeer

DSC_0441Meine Touriguides für Leipzig und Dresden musste ich nicht groß erklären, aber ein Text über Aalsmeer ist vermutlich eher ungewöhnlich… AALSMEER? Ein Dörfchen in Holland? Verdient das besondere Aufmerksamkeit? Ich sage ja. Es gibt dort nämlich die größte Blumenversteigerung der Welt. Als Ottonormalverbraucher macht man sich ja keine oder wenig Gedanken darüber, woher die Blumen vom örtlichen Floristen eigentlich kommen. Klar, man hat die romantische Vorstellung eines kilometerlangen holländischen Tulpenfeldes vor Augen. Wie der ganze Handel abläuft, davon kriegt man jedoch wenig mit. Wer einmal die Gelegenheit bekommt, die FloraHolland Auktion in Aalsmeer oder eine ihrer kleineren Äquivalente zu besichtigen, wird das Ganze etwas mehr verstehen. (mehr …)

What to do in Dresden

Collage AnniIch hatte mir für den Sommer nicht nur eine Leipzig-Stippvisite vorgenommen, auch Dresden wurde ein Besuch abgestattet. Ich war zu diesem Zeitpunkt absoluter Dresden-Neuling und habe mir die Standard-Sehenswürdigkeiten angeschaut, aber es sagt ja keiner, dass das nicht auch interessant sein darf.

Teil 1: Historische Altstadt

Klar, wenn man das erste Mal nach Dresden fährt, möchte man unbedingt das historische Zentrum sehen. Ich war fasziniert davon, wie nah alles zusammenliegt. Wir sind vom (wirklich schönen) Hauptbahnhof durch die neue Innenstadt mit Shoppingcenter, Foodcenter und Markt Richtung Elbufer gelaufen. Als erstes entdeckten wir den Fürstenzug mit seinem über 100 Meter langem Wandbild aus Porzellanfliesen. Beeindruckend, aber nicht mein Geschmack. Da gefiel mir die Hofkirche schon besser. Dresden1Die Kathedrale im Stil des Barock ist auch fast 300 Jahre nach Errichtung ein echter Anblick. Ich gucke mir sowieso immer gerne Kirchen an. Die Semperoper fand ich dagegen recht langweilig, ich war allerdings auch nicht drin, da es mir keine 10 Euro Eintritt wert war. Im Park des Zwingers gönnten wir uns dann die erste Pause. Der Dresdner Zwinger ist das bedeutendste Bauwerk des Spätbarock und bietet mit Orangerie, Brunnen und Festspielplatz genug Platz zum Entspannen.  (mehr …)

Doing what you love

Ergänzend zu meinem „Was ich von der Arbeitswelt erwarte“-Artikel von letztens möchte ich noch zwei Screenshots veröffentlichen, die ich letztens unter einem (irrelevanten) Generation-Y Artikel entdeckte. Es ging um eine junge Frau, die nach einem Jahr anstrengender Vollzeitarbeit aufhörte und mit Ersparnissen einen „Aussteigerjob“ anfing. Etwas utopisch, aber die Kommentare darunter waren interessant und sind einen Beitrag wert. Ich kann sie natürlich nur aus meiner Sicht bewerten, war aber doch recht empört. (mehr …)

God is coming back and he is going to be pissed

Review: John Niven – Gott Bewahre (The Second Coming)

Ein Buch mit einer rauchenden Jesus-Figur auf dem Cover und dem bedeutungsschwangeren Titel „Gott Bewahre“ ist vermutlich nicht der offensichtlichste Anwärter auf den netten Bonus-Aufkleber „Bestseller“. Mit Skandalautor John Niven als verantwortlichen Schreiberling ist jedoch direkt eine vielversprechende Grundlage gelegt, die schon nach ein paar Seiten den Erfolgsstatus des (neuerdings) Taschenbuchs rechtfertigt.

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Berlin Festival 2014 – Review

InesBerlinFestivalWas wurde im Vorfeld gemeckert. Was wurde währenddessen gemeckert. Was wird im Nachgang gemeckert. Eine etwas andere Sicht zum Berlin Festival 2014 auf dem Arena-Gelände – von einer unvoreingenommenen (da niemals zuvor dort gewesenen), mit-elektronischer-Musik-zu-begeisternden Person. (mehr …)

What to do in Leipzig

IMG_20140823_105132Als ich nach Berlin gezogen bin, musste ich mich erst einmal darauf einlassen, dass ich von nun an am komplett anderen Ende von Deutschland lebe und daher einige gewohnte Distanzen weiter und manch andere kürzer sind. Es machte nicht sonderlich viel Sinn, dass ich ständig zurück in den Westen fuhr oder in Belgien ein Festival besuchte, wo es hier doch reihenweise Städte gab, die ich noch nie gesehen hatte. Damit sich das etwas ändert, nutzte ich einen schönen Augustsamstag für die Erkundung von Leipzig. Meine Vorbereitung beschränkte sich auf die Buchung einer Fernbushinfahrt (8 Euro!), das Lesen der 11 Tipps von „Mit Vergnügen“ sowie das Ausdrucken eines wundervoll aufbereiteten Tagesplans einer Freundin, die mir die perfekte „To Do Liste“ für den Tag bescherte. (mehr …)

Tune of the week: The National – Terrible Love

Diese Woche habe ich Berlin mal richtig ausnutzen können: ich besuchte nicht nur eine Show der Fashion Week und saß in der „Front Row“, ich war auch bei der Premiere von „Mistaken for Strangers„, in Anwesenheit von Matt und Tom Berninger.

Review: Mistaken For Strangers

Vom Dreh anspruchsloser Horror-Splatter-Movies zum angesagten Dokumentar-Regisseur: so lässt sich die Karriere von Tom Berninger kurz und knapp zusammenfassen. Tom Berninger, das ist der kleine Bruder von Matt Berninger, seines Zeichens Sänger der überaus gefeierten Indie Rockband The National. Während Matt die großen Bühnen der Welt besingt, hängt Tom in Cincinnati rum und bemitleidet sich selbst. Matt lädt ihn daraufhin ein, die nächste The National Tour als Roadie zu begleiten. Tom ergreift die Gelegenheit, ist aber nur ein halbwegs akzeptabler Tourbegleiter: statt Handtücher und Essen bereit zu halten, filmt er lieber alles, was um ihn herum geschieht. (mehr …)

Stop all those festival styling guides – please

festivalstyle

Festivalstyle- (und Haar-) Historie

Festivals sind Trend. Tausend Nachrichtenseiten berichten, welche Must-See-Bands wo spielen, die Glossybox bringt eine Festival-Edition raus und die Karten für Hochkaräter wie Rock Am Ring, Hurricane und Co. werden weit im Voraus ausverkauft. Da hab ich prinzipiell nichts gegen, ich bin ja ein musikliebender Mensch. Was mir aber aufstößt: diese unermüdliche Flut von Frauenzeitschriften und Fashionblogs, die meinen, sie müssten mir zeigen, was ich bei einem Festival anzuziehen und beautytechnisch mitzunehmen habe. Das ist meist super stylisch und orientiert sich am Style der Coachella Promis, hat aber doch mit der Realität wenig zu tun. Ob hohe Schuhe, drei verschiedene Lidschattenfarben, leichte, schicke Sommerkleidchen oder eine Tasche für 100 €, es wird schnell klar, dass die meisten dieser Redakteure in ihrem Leben noch kein Festival besucht haben, geschweige denn sogar dort ihr Zelt aufschlugen.

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Cause we’re all Dead Ramones

2014-05-03 15.16.02Das Groezrock Festival in Belgien ist mittlerweile eine Institution für Punkrock, Alternative und Hardcore-Bands und bietet in Europa einen einzigartigen Musik- und Publikumsmix an zwei Konzerttagen. Einen Großteil des Line-Ups kann man ohne Probleme in den deutschen Metropolen live erleben, doch dank exklusiver Modern Life Is War Reunion war das Groezrock dieses Jahr Pflicht. Ein Festivalbericht. (mehr …)