Literatur

A land of liberty, promise, and peace

Zum heutigen „Welttag des Buches„: Review von Howard L. Anderson – Albert: Ein glorreiches Schnabeltier 

Fabeln erinnern an langweilige Deutsch-Stunden oder Latein-Hausaufgaben. Eigentlich sind die kurzen, belehrenden Erzählungen über Tiere mit menschlichen Eigenschaften aber ganz interessant zu lesen. Das findet auch der amerikanische Schriftsteller Howard L. Anderson und so erschuf er Albert. Albert ist ein Schnabeltier, welches im Zoo von Adelaide schon zu oft angestarrt und mit Popcorn beworfen wurde. Das Einzige, was ihn durch den Tag bringt, sind Stories über „das alte Australien“. Im „alten Australien“ seien die Tiere frei, glücklich und sorgenlos. Das klingt so verlockend, dass Albert aus dem Zoo ausbricht und mit dem Zug gen Wüste fährt. (mehr …)

If only we could see the endless string of consequences that result from our smallest actions. But we can’t know better until knowing better is useless.

buechertippsNicht immer hat man Zeit, langatmige Rezensionen zu lesen. Also stell ich euch hier einfach mal drei Bücher in Kurzfassung vor. Alle sind auf ihre Art und Weise lesenwert. (mehr …)

Miami is not only exciting, it’s red hot

Wenn man als Deutscher „Miami“ hört, denkt man wohl an Sommer, Sonne, Rentner und die Fernsehserie „Dexter“. Dabei sind kulturelle Differenzen und Herkunftsdiskrepanzen eine nicht zu vergessende Eigenschaft Floridas bzw. Miamis. Kultautor Tom Wolfe beschäftigt sich in seinem neuesten Buch „Back to Blood“ mit eben jenen Migrationskonflikten.

Muskelprotz Nestor Camacho bringt die Kubaner gegen sich auf, als er mit seinen americano-Polizeikollegen einen illegalen Einwanderer auf spektakulärste Art und Weise vor der endgültigen Ankunft in Miami hindert. Jetzt ist er zwar Fernsehstar, bei seinen Landsmännern aber unten durch. Und das ist nicht sein einziger Verstoß gegen die „Rassenetiquette“, denn kurz danach legt er sich mit den Haitianern an. Auch „Miami Herald“-Reporter John Smith sucht die Konfrontation. Er kann als Prototyp-WASP (White Anglo Saxon Protestant) einfach nicht akzeptieren, dass die Russen die wahren Herren Miamis sind und wühlt verzweifelt im Dreck nach der ganz großen Story. Die schöne Krankenschwester Madgalena macht sich aus den verschiedenen Klassenhierarchien gar nichts – solange sie oben steht. Das geht als ungebildete Kubanerin natürlich nur mit einem reichen Mann an ihrer Seite. Leider ist ihr derzeitiger Liebhaber, ein amerikanischer Sexsucht-Psychiater, aber etwas eigen.  (mehr …)

The marks humans leave are too often scars

Review von John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter („The Fault in Our Stars“)

Wäre das Blogging-Netzwerk tumblr ein Beliebtheitswettbewerb, so würde John Green immer auf dem Treppchen landen: Der Schriftsteller aus Indiana wird dort dermaßen oft zitiert, dass er selbst alte Giganten wie Shakespeare oder Bukowski überholen würde – und dabei ist der Amerikaner noch gut im Geschäft. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist sein neuester Streich. Ein Jugendbuch per definitionem, jedoch eigentlich durchaus ein Roman für alle Literaturfans. (mehr …)

I’m the guy from POT who does his own thing, but can request assistance from all other departments whenever necessary

Review von Jo Nesbø – Rotkehlchen / The Redbreast

Dank Henning Mankell gibt es in fast jedem Buchladen ein extra „Krimis aus dem Norden“-Regal, seit Stieg Larsson tauchen allerdings so viele Thriller aus Skandinavien auf, dass das Regal ohne Probleme eine komplette Wand einnimmt. Wahrscheinlich greift man deswegen automatisch zu dem Buch, das mit seinem fetten „The next Stieg Larsson“-Aufkleber etwas aus der Masse heraussticht. Es ist ein „Harry Hole“ Thriller von Jo Nesbø. Nesbøs Reihe über den norwegischen Ermittler umfasst mittlerweile neun Teile und wird immer bekannter. Das von mir gelesene „Rotkehlchen“ ist zwar erst der dritte Band, liest sich aber größtenteils wie der Anfangsroman, denn es ist Harrys erster Fall in Norwegen und bildet damit den Grundstein für die darauffolgenden Geschichten.

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Let your mind start a journey through a strange new world.

Mit Büchern kann man sich mit Leichtigkeit in andere Welten versetzen. Was das geschriebene Wort mit unseren Gedanken auslösen kann, ist immer wieder erstaunlich. Gerade, wenn wir Romane voller Geheimnisse und Abenteuer lesen, macht unsere Fantasie Purzelbäume.

„Die Landkarte der Zeit“ von Félix J. Palma ist ein solcher Abenteuerroman und spielt mit dem Begriff der Zeitreisen im 19. Jahrhundert. (mehr …)

Fame can be found behind any door. You just have to know where to look for it.

Review von Lauren Conrad – The Fame Game

Lauren Conrad hat dieses „Erfolgreich werden“ ziemlich drauf. Erst spielt sie die Hauptrolle in der Realityserie „Laguna Beach“ bzw. im Spin-Off „The Hills“, dann widmet sie sich erfolgreich der Kreation unterschiedlicher Modelinien und Romane. Ihre Bestseller handeln von den zwei Themen von denen sie am meisten weiß: Makeup und Reality TV. Nur die Bücherreihen über die spezielle Art von Fernsehproduktion können das Interesse über den Klappentext hinaus halten und ihre „L.A. Candy“-Reihe war letztendlich auch tatsächlich gut zu lesen. Das Leben der Reichen, Schönen und Wannabe-Reichen und Schönen sowie Hintergrundinformationen über die Entstehung von teil-gescriptetem Reality TV machten den Reiz aus. (mehr …)

The world was silent when we died

Weil ja sonst nichts passiert: Review von Chimamanda Ngozi Adichies Roman „Half of a Yellow Sun“

Die Neueste Geschichte Afrikas ist so blutig und brutal, dass jeder Vergleich unangebracht wäre. Ehemalige britische Kolonialstaaten wie Australien oder Kanada konnten mit der Unabhängigkeit zu sich selbst finden, doch auf dem afrikanischen Kontinent verschwand mit dem Ende des British Empire nur die aufgezwungene britische Regierung, nicht etwa die Diktatur.  Es folgten skrupellose Militärregimes, verbunden mit grausamen Bürgerkriegen. Insbesondere die 1960er Jahre, die Zeit, in der die meisten afrikanischen Staaten unabhängig wurden, sind kaum greifbar aus europäischer Sicht. Im Afrika der 60er Jahre gibt es kein Nationalgefühl, keine Bürgerrechtsbewegungen und keinen Feminismus. Es gibt künstliche Grenzen für rivalisierende Stämme, alte Denkweisen im Einklang mit neuen Waffen und neureichen Wichtigtuern. Einheimische schießen auf Einheimische, der Rest der Welt verschließt die Augen vor dem afrikanischen Elend. „The world was silent when we died“ (Die Welt hat geschwiegen, als wir starben) ist kein daher gesagter Satz, sondern pure Wahrheit. (mehr …)