Internet

The Internet helps

UmzugskartonsUmziehen ist scheiße. Es ist anstrengend, nervenaufreibend und überfordernd. Leider lässt es sich schwer vermeiden und so musste ich in den letzten Tagen unzählige Kisten packen. Ich habe schon öfters den Wohnort gewechselt oder kurzzeitig geändert, aber mein jetziger Umzug ist der erste, den ich als „richtigen“ Umzug erlebe. Denn ich habe nach 3.5 Jahren in Bonn wirklich alles hier. Ob Gesellschaftsspiele oder Jugendtagebücher – selbst wenn ich bestimmte Dinge nicht seit Wohnbeginn hier hatte, so habe ich sie nach und nach dann doch zu mir gebracht. Zusätzlich ziehe ich auch noch ziemlich weit weg: für mein PR-Volontariat geht es nach Berlin. Zum Glück bin ich nicht allein, ich bekomme viel Hilfe von meiner Familie und meinen Freunden. Und dem Internet! Dem Internet? Ja, dem Internet. (mehr …)

Umm, so what am I gonna do now?

Im 1&1 Netz gibt es derzeit eine Großraumstörung bei allen Anschlüssen mit der Vorwahl 022. Also habe ich kein WLAN, was mich daran hindert, die neuesten Trends und Hypes für euch zu recherchieren. Vielleicht ist das ein Zeichen, dass ich mal endlich an meiner Bachelorarbeit schreiben sollte. Oder, dass ich zu internetabhängig bin. Oder, dass 1&1 Smartphoneinhaber bevorteilt, da die Servicenummer im Internet steht. (Die kümmert die Störung vermutlich eh am meisten.) Vermutlich ein Zeichen für alles. Wenn ich nicht selbst schon so genervt wäre von den „Gehts auch ohne Internet/Handy/Facebook/whatever?“-Texten“ könnte ich nun außerdem ein solches Experiment nun starten. Mit dem Ergebnis: irgendwie gehts, man hat auf einmal so viel Zeit. Aber es dauert, bis man sich dran gewöhnt. Huch, jetzt hab ich es eh schon vorweg genommen. Dann wünsche ich euch einfach einen schönen Abend und bedanke mich fürs Lesen von meinem heutigen Gebrabbel. Muss ja auch mal sein!

Internet makes a stupid Me? Doesn’t it?

Seitdem das Internet in so ziemlich jeden deutschen Haushalt Einzug gehalten hat, diskutieren Sozial- und Kommunikationswissenschaftler munter über dessen Folgen. Macht das Internet süchtig? (Abhängig auf jeden Fall!) Macht das Internet dumm? Zweifelhaft. Ob das World Wide Web für die Verdummung Jugendlicher zuständig ist, versuchte auch Quizshow-Master Jauch in seinem gestrigen Talk zu ergründen. Oder falsch: Er suchte vielmehr nach Gründen, die für die Antwort „JA!“ sprechen. Anders kann man die Zusammenstellung der Gäste nicht erklären: Der Jüngste der Runde ist Teil des 1959er Jahrgangs, es gab keine „Digital Natives“, keine Internet-Befürworter (und das gibt es einige!) vor Ort. Kein Wunder, dass sich die ARD-Talkrunde ausschließlich auf die negativen Folgen unserer ständigen Vernetzung konzentrierte und die Twitterwelt in Rage geriet. Mehr dazu auf „Der Westen„.

(Foto: dapd)

So, you drink and smoke at age 13? It might surprise you, but that’s not cool.

Mit 20 bin ich wohl kaum die Älteste auf diesem Planeten und trotzdem erwische ich mich immer wieder dabei, wie ich langsam in diesen „Früher war alles besser“-Club einsteige. Ist ja auch irgendwie klar. Wir 90er-Kinder hatten Diddl Blätter, unbearbeitete Disney-Filme, Pokémon auf dem Gameboy Color und Popmusik, für die man mittlerweile eigene Partys schmeißt. Und vor allen Dingen hatten wir eines: Kein Internet, schon gar nicht auf dem Mobiltelefon. So gern ich das World Wide Web heutzutage nutze, ich bin froh, dass ich damals noch an die Haustür meiner besten Freundin geklingelt habe, um mich mit ihr zu treffen, anstatt vorher mit ihr per Whatsapp den Treffpunkt abgemacht zu haben. Ich bin froh, dass ich nicht schon mit zwölf meinen Beziehungsstatus angeben musste. Ich bin froh, dass nur beim Kindergeburtstag gezählt wurde, wie viele Freunde ich habe und nicht jeden Tag bei Facebook. Ich musste nicht um Likes bei meinen Fotos betteln und noch viel wichtiger: Fotos aus diesem Alter sind von mir auch gar nicht im Internet zu finden. Nie.

Das Auffinden solcher Fotos wäre aber wahrscheinlich gar nicht so schlimm. Sie wären zwar unfassbar peinlich, was sämtliche Outfits angeht, würden aber sonst nichts Schlimmes verraten, denn ich habe im „Teenie-Alter“ weder getrunken noch gekifft. Und schwanger war ich sowieso nicht. Das fand auch niemand komisch, man mag es kaum glauben. Ich konnte auch noch mit elf die Bravo lesen, ohne merkwürdig angeguckt zu werden. Ich musste mit 14 nicht die Modestrecken aus der Vogue auswendig können und mich dementsprechend kleiden. Ich brauchte auch noch keine diversen „Beziehungen“ zum vorweisen meiner Normalität oder mehrere Krankenhausaufenthalte mit zu viel Promille im Blut.

Deswegen finde ich meine Kindheit im Nachhinein ganz schön cool. Uncool ist dagegen das Verhalten der „Jugend“ von heute. Es wird zwar von der Gesellschaft so vorgegeben, trotzdem ist eine solche Entwicklung erschreckend. Also ihr „Teenis“ – ich beneide euch überhaupt nicht! Naja okay, vielleicht um den besseren Modegeschmack… Und darum, dass ihr vielleicht noch eine Abi-Mottowoche erleben dürft, da werd ich ja schon ein bisschen nostalgisch.