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This one roadtrip novel you should all read

Buchreview von Philipp Reinartz – Katerstimmung

Roadtrip-Werke sind ja immer so eine Sache. Oft zu absurd und übertrieben oder auch gern mal zu philosophisch nach dem Motto „es passiert wenig, aber wenigstens denken wir alle nach“. Philipp Reinartz ist diese Probleme galant umgangen und hat mit „Katerstimmung“ einen Roman geschrieben, der nur so vor Humor strotzt und gleichzeitig unsere Gesellschaft karikiert. (mehr …)

I don’t owe anyone, I don’t owe anything so stop expecting everything from me

Bericht: Touché Amoré, Self Defense Family, Dad Punchers @ Gebäude 9, Köln
Touché Amoré waren seit 2010 nicht mehr auf Headliner-Tour in Deutschland. Mit La Dispute, Rise Against und Converge hatte die Band dennoch genug Möglichkeiten unser Land zu bespielen – und dank Visions-Cover und nun zwei Alben bei Deathwish Inc. auch einen so hohen Bekanntheitsgrad, den man im Hardcore wohl als „Mainstream“ bezeichnen würde. Dementsprechend größer sind die Läden der 2013er Touredition. Für Köln wurde ins Gebäude 9 eingeladen. (mehr …)

Forever Fucked

Bericht zur Trash Talk Show (30.06.13, Underground) Es sind ja immer die Abende, von denen man nichts erwartet. So „kann man mal machen“-Shows ohne große Lust. Und auf einmal sitzt man dann erfreut und erledigt im Zug nach Hause, noch mit den lauten Klängen im Ohr. So geschehen auch beim Kölner Trash Talk Date. Die Kalifornier waren zwischendurch derart oft unterwegs, dass die Live-Stimmung merklich nachließ, die neue Platte „119“ bei Odd Future Records kam ebenfalls nur teilweise gut an. Darum wurde die Ankündigung einer erneuten Europatour mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

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Tune of the week: James Blake – Voyeur

ebWenn gestern beim Eurovision Song Contest irgendein bemerkenswertes Lied außer „Alcohol is free“ performt worden wäre, hätte ich das vielleicht als „Tune of the week“ ausgewählt. Angesichts der austauschbaren, klebrig-süßen Pop-Dubstep-Songs verzichte ich jedoch. Da nehme ich lieber vernünftige elektronische Musik. Am Donnerstag ging es nämlich zum Kölner Date des Electronic Beats Festivals. Ich hatte Karten gewonnen und wollte mir James Blake sowieso schon mal ansehen. War letztendlich eine echt überzeugende Veranstaltung und ein toller Auftritt des Headliners! (Wenn auch aufgrund der späten Stunde zwischenzeitlich ermüdend). Weil es „A Case of You“ leider nicht in die Setlist geschafft hat, gefielen mir „Voyeur“ vom neuen Album und der alte Hit „The Wilhelm Scream“ am besten. (mehr …)

And don’t you dream in your sleep, it’s just lazy

Achtung Musiktipp! Bericht: SWIM DEEP + THE 1975 (Gebäude 9, Köln. 07.05.13)

Mit ihren abgeranzten 90er-Klamotten sehen sie aus wie irgendwelche rich kids, die gegen ihre Eltern rebellieren möchten. Oder wie Jugendliche, die „Grunge“ für einen Modestil halten und Nirvana für einen Smiley-Erfinder. Faszinierenderweise machen SWIM DEEP aber ganz enthusiastisch Musik. Gute Musik. Im Vereinigten Königreich schafften es die vier Jungs aus Birmingham schon ins Vorprogramm von TWO DOOR CINEMA CLUB, hierzulande sind ihre Indiepop-Hymnen noch weitestgehend unbekannt. Ganz schön mutig also, bereits vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums eine Headline-Tour in Deutschland zu starten. Im Kölner Gebäude 9 startete die Tour und naja, voll war es nicht. (mehr …)

Odd Future Wolf Gang Kill Them All

Normalerweise kann ich eigentlich recht gut einschätzen, wie viele Besucher bei einem Konzert zu erwarten sind und wie schnell es ausverkauft ist … bei Odd Future Wolf Gang Kill Them All konnte ich das nicht. Ich kaufte direkt Tickets, weil ich die Hip Hop Combo eigentlich ganz interessant fand und nicht verpassen wollte. Letztendlich gab es dann aber sogar Abendkasse für den gestrigen Auftritt in der Kölner Live Music  Hall. Verschätzt hatte ich mich auch beim Publikum. Ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich so jung, pseudoindividuell und tumblresk daher kommt. Dutzende Mädchen mit Mütze, losem Tanktop in den High Waist Shorts und natürlich Air Max und Kreuz-Accessoires. Die Jungs allesamt in extra skinny Jeans, mit „Obey“-Cap und Odd Future Shirts. Ich fühlte mich seltener fehl am Platz. Das Konzert an sich war dann bei weitem nicht so schlecht wie im Voraus erwartet – schließlich waren die Berlin & Hamburg Lästereien nichtt zu überlesen -, wenn auch nicht ganz mein Fall mit dem arroganten Getue und gewolltem Chaos der Wolf Gang. Für Publikumsliebling Tyler the Creator war es aber angeblich sogar die beste Show der European Tour – und das obwohl er vorher gar nicht wusste, dass Köln existiert …

Tune of the week: Rise & Fall – Faith

Gestern ging es zu Rise and Fall in die Werkstatt. Ich schrieb einen Bericht für stageload, da dachte mir, das passt ganz gut in die Rubrik „Tune of the week“; die neue Rise and Fall Scheibe „Faith“ wollte ich eh schon längst empfehlen.

Feuer, Wasser, Luft und Erde. An die vier Elemente ist die neue Rise and Fall Platte „Faith“ angelehnt. Nun wird es Zeit, unserer Mutter Erde mal wieder ein bisschen Zeit zu widmen: Zusammen mit The Secret und Oathbreaker geht es auf Europatour, mit Köln als Tourstart und einziges NRW Date. Nach der diesmal doch längeren Pause hätte man eine gut gefüllte Location erwartet. Als man aber, geplagt vom Kölner Baustellenwirrwarr, um viertel vor acht in die Werkstatt trat, wunderte man sich nicht nur, dass Oathbreaker schon auf der Bühne standen, sondern auch darüber, dass irgendwie so gar nichts los war. Schade eigentlich, die Band rund um Frontfrau Caro bot eine sehr energiegeladene, eindrucksvolle Show mit hervorragendem Sound. Ein solcher Auftritt hätte wohl auch ein größeres Publikum begeistern können, schließlich sind die Deathwish-Kollegen von Rise and Fall spätestens seit ihrem Longplayer „Mælstrøm“ kein Geheimtipp mehr. Leider haftet an Oathbreaker immer noch der Stempel „Vorband“ – wird mal Zeit für eine Headliner-Tour!
Die düstere Black Metal Show von The Secret war dann allerdings weniger überzeugend und die Werkstatt leerte sich zusehends. Dabei bietet das Songmaterial der Band rund um das starke Album „Solve Et Coagula“ durchaus Livepotential. Der viele Beifall am Ende zeigte auch, dass genügend Fans der Band vor Ort waren. Ob es an dem Soundbrei lag, dass die Musik der Italiener letztendlich so eintönig herüberkam? Wäre durchaus eine Möglichkeit.
Glücklicherweise waren die Soundeinstellungen bei Rise And Fall dann wieder besser. Man sah der Band förmlich an, dass sie Lust hatte, ihr neues Material live zu präsentieren. So hätte es ein Harcore/Metal Fest der Extraklasse werden können, aber das Publikum schien nicht so geneigt, die  Show der Belgier zu würdigen. Da konnte selbst die Setlist nicht mehr helfen, ein wirklich sehr gelungener Mix aus alten und neuen Songs. So folgte zum Beispiel auf den Opener „Burning At Both Ends“ direkt der Klassiker „Bottom Feeder“ – ungewöhnlich zu Beginn des Sets, aber sehr schlau platziert, ist das Lied doch normalerweise ein Garant für Stimmung. Bis auf ein paar vereinzelte Menschen stand das Publikum jedoch still, da konnte auch „Into Oblivion“ nicht mehr helfen. Sänger Bjorn stand die Verwirrung ins Gesicht geschrieben, aber nun gut, weiter mit der Show, an der eigentlich gar nichts auszusetzen war. Doch ob „Harm’s Way“ oder „Deceiver“, es tat sich nichts im Publikum. Lediglich bei „Forked Tongues“ erinnerte man sich an die früheren gelungenen Konzerte der Band – nachdem Bjorn verzweifelt die textsichere Menge ans Mikrofon gewunken hatte. Ob es daran lag, dass Celeste nebenan im Aether spielen sollten? Viele hatten im Voraus überlegt, welche der beiden Shows man besuchen sollte und Rise and Fall zogen wohl nicht nur wegen des höheren Preises den Kürzeren – Celeste sind einfach ein bisschen exklusiver. Vielleicht hätte der Veranstalter P&R Concerts vorher bekanntgeben sollen, dass das Konzert bereits um 22 Uhr endet, denn Celeste spielten erst weit nach 23 Uhr. Da hätte man ohne Probleme beide Shows mitnehmen können. Diese Möglichkeit nutzten im Nachhinein aber wohl nur wenige.