rezension

Miami is not only exciting, it’s red hot

Wenn man als Deutscher „Miami“ hört, denkt man wohl an Sommer, Sonne, Rentner und die Fernsehserie „Dexter“. Dabei sind kulturelle Differenzen und Herkunftsdiskrepanzen eine nicht zu vergessende Eigenschaft Floridas bzw. Miamis. Kultautor Tom Wolfe beschäftigt sich in seinem neuesten Buch „Back to Blood“ mit eben jenen Migrationskonflikten.

Muskelprotz Nestor Camacho bringt die Kubaner gegen sich auf, als er mit seinen americano-Polizeikollegen einen illegalen Einwanderer auf spektakulärste Art und Weise vor der endgültigen Ankunft in Miami hindert. Jetzt ist er zwar Fernsehstar, bei seinen Landsmännern aber unten durch. Und das ist nicht sein einziger Verstoß gegen die „Rassenetiquette“, denn kurz danach legt er sich mit den Haitianern an. Auch „Miami Herald“-Reporter John Smith sucht die Konfrontation. Er kann als Prototyp-WASP (White Anglo Saxon Protestant) einfach nicht akzeptieren, dass die Russen die wahren Herren Miamis sind und wühlt verzweifelt im Dreck nach der ganz großen Story. Die schöne Krankenschwester Madgalena macht sich aus den verschiedenen Klassenhierarchien gar nichts – solange sie oben steht. Das geht als ungebildete Kubanerin natürlich nur mit einem reichen Mann an ihrer Seite. Leider ist ihr derzeitiger Liebhaber, ein amerikanischer Sexsucht-Psychiater, aber etwas eigen.  (mehr …)

Now bring me prisoner 24601, your time is up and your parole’s begun …

Review vom Kinofilm „Les Misérables“
(startet heute!)

Du magst Musicals? Bei all den schon gesehenen Kinofilmen, Konzerten und Theatervorführungen ist ein derart musikalischer Besuch der Schauspielhäuser eine gelungene Abwechslung für dich? Dann gibt es jetzt eine kostengünstige Alternative: Die Verfilmung des über dreißig Jahre alten Musicalgiganten „Les Misérables“. Dank Starbesetzung, drei „Golden Globes“ Trophäen sowie acht „Oscar“-Nominierungen kam man schon in den letzten Wochen nicht an dem Movie vorbei. Heute startet es auch endlich in den deutschen Kinos.
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The marks humans leave are too often scars

Review von John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter („The Fault in Our Stars“)

Wäre das Blogging-Netzwerk tumblr ein Beliebtheitswettbewerb, so würde John Green immer auf dem Treppchen landen: Der Schriftsteller aus Indiana wird dort dermaßen oft zitiert, dass er selbst alte Giganten wie Shakespeare oder Bukowski überholen würde – und dabei ist der Amerikaner noch gut im Geschäft. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist sein neuester Streich. Ein Jugendbuch per definitionem, jedoch eigentlich durchaus ein Roman für alle Literaturfans. (mehr …)

I’m the guy from POT who does his own thing, but can request assistance from all other departments whenever necessary

Review von Jo Nesbø – Rotkehlchen / The Redbreast

Dank Henning Mankell gibt es in fast jedem Buchladen ein extra „Krimis aus dem Norden“-Regal, seit Stieg Larsson tauchen allerdings so viele Thriller aus Skandinavien auf, dass das Regal ohne Probleme eine komplette Wand einnimmt. Wahrscheinlich greift man deswegen automatisch zu dem Buch, das mit seinem fetten „The next Stieg Larsson“-Aufkleber etwas aus der Masse heraussticht. Es ist ein „Harry Hole“ Thriller von Jo Nesbø. Nesbøs Reihe über den norwegischen Ermittler umfasst mittlerweile neun Teile und wird immer bekannter. Das von mir gelesene „Rotkehlchen“ ist zwar erst der dritte Band, liest sich aber größtenteils wie der Anfangsroman, denn es ist Harrys erster Fall in Norwegen und bildet damit den Grundstein für die darauffolgenden Geschichten.

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So you know German? No wonder you don’t like fun things!

Review von „Pitch Perfect“
(Kinostart: heute aka 20. Dezember)

Vielleicht hat es damals mit der kitschig-kindischen “High School Musical” Reihe angefangen, vielleicht mit der alles in den Schatten stellenden Erfolgsserie “Glee”: In Zeiten, in denen selbst Traditionsmusicals wie “Les Miserables” auf die große Leinwand transferiert werden, ist es kein Wunder, dass auch Hollywood Gefallen an musiklastigen Movies findet. Der neueste Streich: “Perfect Pitch” mit “Twilight”-Star Anna Kendrick in der Hauptrolle als Beca. (mehr …)

Let your mind start a journey through a strange new world.

Mit Büchern kann man sich mit Leichtigkeit in andere Welten versetzen. Was das geschriebene Wort mit unseren Gedanken auslösen kann, ist immer wieder erstaunlich. Gerade, wenn wir Romane voller Geheimnisse und Abenteuer lesen, macht unsere Fantasie Purzelbäume.

„Die Landkarte der Zeit“ von Félix J. Palma ist ein solcher Abenteuerroman und spielt mit dem Begriff der Zeitreisen im 19. Jahrhundert. (mehr …)

Det här är det bästa som har hänt musiksverige på många år

Zum heutigen VÖ: Review von Mando Diao – Infruset

Es gibt wenige Bands, die sich so viel erlauben können wie Mando Diao. Ob Lückenfülleralbum für den Plattendeal („Never seen the Light of Day“), sinnlose B-Sammlungsveröffentlichung („The Malevolence“) oder schaurig-schlechtes Künstlerkollektiv (Nebenprojekt Caligola), die Fans stehen begeistert Schlange. Natürlich immer bedeckt von Schwedenflaggen, schließlich stammt die Band ursprünglich aus dem blau-gelben Borlänge. Da ist es doch passend, dass Mando Diao an ihre seltsame Reihe von Veröffentlichungen nun ein komplett schwedischsprachiges Album hängt. (mehr …)

We accept the love we think we deserve

Review von „The perks of being a wallflower“ („Vielleicht lieber morgen“)

Ein “wallflower” ist ein schüchternes Individuum, welches nur sehr begrenzt am sozialen Leben der Anderen teilnimmt. Charlie aus dem Film „Vielleicht lieber morgen“ ist genau so ein „wallflower“. Dieser Zustand kommt allerdings nicht von ungefähr, denn Charlies Psyche hat einen ernsthaften Kratzer: Resultierend aus dem frühen Tod seiner geliebten Tante wird er von Wahnvorstellungen geplagt und mangels einer Bezugsperson schreibt er seit dem Selbstmord seines besten Freundes Briefe an eine imaginäre Bekanntschaft. (mehr …)

Fame can be found behind any door. You just have to know where to look for it.

Review von Lauren Conrad – The Fame Game

Lauren Conrad hat dieses „Erfolgreich werden“ ziemlich drauf. Erst spielt sie die Hauptrolle in der Realityserie „Laguna Beach“ bzw. im Spin-Off „The Hills“, dann widmet sie sich erfolgreich der Kreation unterschiedlicher Modelinien und Romane. Ihre Bestseller handeln von den zwei Themen von denen sie am meisten weiß: Makeup und Reality TV. Nur die Bücherreihen über die spezielle Art von Fernsehproduktion können das Interesse über den Klappentext hinaus halten und ihre „L.A. Candy“-Reihe war letztendlich auch tatsächlich gut zu lesen. Das Leben der Reichen, Schönen und Wannabe-Reichen und Schönen sowie Hintergrundinformationen über die Entstehung von teil-gescriptetem Reality TV machten den Reiz aus. (mehr …)

Before the death of all hearts, when all love will cease, the hope is saving

Das von mir so sehnsüchtig erwartete Album ist da. Hier mein Review zu Birds In Row – You, Me And The Violence.

Viel zu oft wird eine Band auf die Nation reduziert, aus der sie stammt. Dabei ist es bei BIRDS IN ROW völlig irrelevant, ob die drei Jungs aus Frankreich, Finnland oder Fidschi kommen. Spätestens seit ihrem Plattenvertrag mit Deathwish Inc. kennt man die Franzosen auch außerhalb ihrer Heimat und mit ihrem neuen Album „You, Me And The Violence“ dürften sie der ganzen Hardcorewelt ein Begriff werden. Dabei ist die CD optisch erst einmal super unspektakulär: das Cover ziert ein schwarz-weißer, halb verschwommener Ausschnitt irgendeiner tätowierten Person. Auffallen muss die Band mit ihrer Musik. Und das tut sie. (mehr …)